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Symposium
An der schonen blauen Donau
Symposium anlasslich des 150-jahrigen Jubilaums der Urauffuhrung des Donauwalzers
12.10.2017|14:00-22:00
13.10.2017|09:30-17:30
Kleines Studio | Universitat Mozarteum | Mirabellplatz 1 | 5020 Salzburg
Veranstalter: Institut fur Musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte
Zur Interpretationsgeschichte von Johann Strauss (Sohn)

Konzeption: Joachim Brugge
Vortrage: J. Brugge, B. Czapraga, A. Drcar, U. Kammerhofer-Aggermann, P. Revers, W. Rathert, R. Schwob
AM 15. FEBRUAR 1867 fand fur den Wiener Mannergesang-Verein die Urauffuhrung des bis heute sicherlich prominentesten musikalischen Markenzeichens Osterreichs statt. ?An der schonen blauen Donau? von Johann Strauss (Sohn) ist das paradigmatische Meisterwerk des Wiener Walzers schlechthin. Als Hohepunkt des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker, neben dem Radetzky-Marsch des Vaters Johann Strauss, erreicht dieser Walzer bis heute ein Millionenpublikum ? 2017 mit einer TV-Ubertragung in mehr als 90 Lander mit insgesamt mehr als 50 Millionen Zusehern. Diese medial aufwendige Inszenierung fugt sich gut ein in die komplexe Rezeptionsgeschichte des Donauwalzers.

UMGEKEHRT ZU SEINER POPULARITAT tut sich die Wissenschaft mit einer Aufarbeitung der ?Schonen blauen Donau? beziehungsweise des Wiener Walzers insgesamt schwer, vor allem bestimmt durch eine sich der Analyse generell verweigernde Haltung, wie man sie auch in Teilen der Mozart- oder der Popularmusikforschung finden kann. Das Symposium der Universitat
Mozarteum widmet sich unter anderem folgenden musikwissenschaftlichen
Fragestellungen, die eng mit der musikalischen Praxis verbunden sind: Was macht eigentlich die Individualitat der ?Schonen blauen Donau? aus? Und wie vertragt sich das mit der interpretatorischen Praxis? (Referat Joachim Brugge) Gibt es unterschiedliche Interpretationslinien der letzten 70 Jahre? Konnen nur die Wiener Philiharmoniker den Wiener Walzer ?richtig? spielen? (Referat Alexander Drcar) Wie spielen dabei vor allem die Streicher, in Bezug auf Phrasierung? (Referat Bernadeta Czapraga)

DIE VIELLEICHT GEISTREICHSTE DEFINITION zum Wiener Walzer stammt ubrigens von Otto Schenk: ?Der Wiener Walzer ist ein seltsames Wunder. Unten ist das beruhmte m-ta-ta, das durchgeht. Daruber spielt sich aber unendlich Verschiedenes ab, lange Melodien, marschahnliche Passagen, Verharrendes, Beschleunigendes und darunter dieser seltsame wienerische Pulsschlag, one, two and perhaps three. Wenn man Takt schlagt, ist der Walzer kaputt. Wenn man nur die obere Melodie fuhren will, wird es schmalzig, weil der Herzschlag im Bass ins Stocken kommt.? Diesem Geheimnis nachzuspuren, ist ein Impuls der Tagung.
Eintritt frei